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Von kommerziell bis Haute Couture – was das Segment für Deine Preiskalkulation bedeutet

Von kommerziell bis Haute Couture – was das Segment für Deine Preiskalkulation bedeutet

Preissegment wirkt sich auf die Kalkulation für Deine Mode aus

Eins meiner digitalen Angebote ist ein Preiskalkulations Package. Dieses Package besteht aus einem Workbook und einer Excel-Tabelle, mit der Du entweder Deine Preise von 0 an berechnen kannst, oder Deine bestehenden Preise überprüfen kannst. Diese Kalkulation rechnet Dir alles automatisch aus, Du brauchst nur Deine Ausgangskosten (Material und Produktion).

Das Preiskalkulations-Package ist sozusagen also die Berechnung, die auf Basis Deiner Kosten startet. Es gibt noch eine andere Art der Berechnung, nämlich die Berechnung anhand eines Zielpreises. Dabei legst Du den Zielpreis für Dein Produkt fest, also zum Beispiel 149,90 € für eine Bluse.

Heute wollen wir uns in diesem Artikel damit beschäftigen, wie Du auf diesen Zielpreis kommst, also wie Du eine Vorstellung für den Preis bekommen kannst.

In der Bekleidungsindustrie gibt es allgemein gültige sogenannte Segmente. Darunter versteht man die Einordnung von Produkten, Kollektionen und Marken in unterschiedliche Preiskategorien.

Ein Unternehmen bietet häufig eine Kollektion an. Diese Kollektion hat eine preisliche Spannweite. Das heißt, es gibt günstigere Einstiegspreislagen, teurere Hingucker-Produkte und ein solides Fundament irgendwo dazwischen.

Einstiegspreislage bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Preislage für die jeweilige Marke niedrig ist. Trotzdem ist die Einstiegspreislage bei Louis Vouitton hochpreisiger als die Einstiegspreislage von Armed Angels. Schlüssig, oder?

Typische Preis Segmente sind auf dem deutschen Markt ein Diskount-Segment, ein kommerzielles Mittelpreis-Segment, ein gehobenes Premium Segment, sowie ein Highend Angebot.

Zur günstigen Diskount-Preislage zählen beispielsweise H&M, C&A und Primark. Ein typischer Anbieter aus dem kommerziellen Mittelpreis-Segment ist Gerry Weber. Im gehobenen Premium Segment befinden sich inzwischen zum Beispiel S.Oliver, aber auch viele nachhaltige Labels wie Armed Angels. Im Highend Bereich befinden sich bekannte Luxusmarken wie Acne, Louis Vouitton oder Stella Mc Cartney.

Die Marken werden nicht von Verbraucher eingeordnet, viel mehr liegt der Einordnung eine strategische Entscheidung des Unternehmens zugrunde.

Soweit sogut.

Wie findest Du jetzt heraus, zu welchem Segment Deine Marke gehört? Ich habe Dir ein paar Reflektionsfragen mitgebracht, die Du Dir zunächst stellen kannst:

  • Welches Jahreseinkommen hat Deine Zielgruppe zur Verfügung? (Im Rahmen Deiner Verkaufsvorbereitung solltest Du auf jeden Fall eine konkrete Zielgruppen-Persona erstellen)
  • Welches Segment passt zu Dir als Person?
  • Welche Arten von Menschen befinden sich in Deinem Umfeld?
  • Welche Qualität kannst Du sicherstellen?
  • Für welche Art von Mensch ist Dein Produkt besonders relevant?

Warum sind diese Fragen so wichtig? Ich bin fest davon überzeugt, dass Du als Mensch eine bestimmte Zielgruppe ansprichst. Hier liegt auch ein großer Stolperstein für Deine Kundengewinnung.

Aus meiner Arbeit weiß ich, dass viele Unternehmerinnen ihr Label gerne zu kostspielig einsortieren. Ich glaube, das kommt daher, dass viele die Fehlannahme haben, dass ein teures Produkt automatisch mehr Marge und damit mehr Verdienst pro Produkt bedeutet. Das ist nicht zwingend korrekt. Vor allem darfst Du dabei auch nicht aussen vor lassen, dass sich ein teures Produkt in aller Regel schwieriger verkaufen lässt.

Diese Annahme ist sozusagen einer der größten Anfänger-Fehler. Du solltest immer als Erstes Deine Zielgruppe im Blick haben. Was kauft diese Zielgruppe ein? Geh da wirklich sehr detailliert rein, und bleib nicht nur an der Oberfläche (weiblich, 25-49, .. – wir kennen es alle), sondern entwickel wirklich einen detaillierten Steckbrief.

Wenn Du Dich im für Deine Zielgruppe passenden Preissegment einsortiert hast, dann solltest Du Dir konkrete Gedanken machen, wie Du die passende Qualität sicher stellen kannst.

Wenn Dein Produkt günstiger werden muss, kannst Du zum Beispiel mit dem Produzenten nachverhandeln, mehr oder andere Materialien einkaufen oder knifflige Details am Produkt vereinfachen.

Wenn Dein Produkt hingegen hochpreisig angesiedelt ist, stell sicher, dass Material und Verarbeitung diesem Anspruch gerecht werden und schau von Anfang an doppelt und dreifach auf die Verarbeitungsqualität.

Wenn Du Deine Kollektion in der passenden Preislage einsortiert hast, hast Du letztendlich einen Rahmen für Deine Produkt Preise. Du kannst Dir diesen Rahmen in etwa vorstellen wie ein ungeschriebenes Gesetz. Verbraucher kennen und kaufen zu diesen Preisen gleichermaßen wie Einzelhändler.
Wenn Deine Produkte also wirklich auf dem Markt ankommen und sehr gut verkauft werden sollen, ist es essentiell, dass Du diese Regeln berücksichtigst.

In meiner Preiskalkulation findest Du auch eine ganze Menge weiterer Lösungsansätze, was Du tun kannst, wenn Dein Preis zu hoch ist, oder die Marge für Dich beziehungsweise den Einzelhändler zu gering ist. Darin geht es auch um den Zielpreis. Ich empfehle Dir in jedem Falle für jedes neue Produkt und jede neue Kollektion auch einen Zielpreis zu ermitteln, bevor Du Material einkaufst und so weiter.

Preiskalkulation für Handmade Label

Hast Du dazu noch Fragen? Dann schreib sie mir gerne in die Kommentare und ich beantworte sie Dir zeitnah. Alternativ kannst Du mir auch eine Email an moin@kapitaen-judith.de schicken.

 

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